LEL-Vorbereitung

 

London Edinburgh London 2021

2021 / 22

 

Tage bis zum Start

 

 

 

Nach PBP 2019 und vielen Bildern über England war klar, LEL steht auf dem Programm in der Lücke zwischen PBP 2019 - 2023. Dann kam das große C und LEL wird um ein Jahr auf 2022 verlegt. Melde dich mal an, die Chancen sind eh niedrig .... . Im Rennrad News Forum taucht dann plötzlich die Info auf, es scheint so zu sein, als ob alle die wollen, auch einen Platz bekommen. Schluck - Schiss vor der eigen Courage?!? Schnell meinen Brevet Fahrern Bescheid gegeben und einer zuckte; jetzt sind wir zu zweit! Und schon steigt die Zuversicht.

 

Vorbereitung:

In der C-Zeit kam der Platz dann letztlich sowieso plötzlich. Der Kopf war bei PBP besser eingestellt, kein Wunder, mit gut 1,5 Jahren expliziter Vorbereitung bei meiner Premiere für diese Strecke. Bei LEL war ja lange unklar, ob es 22 überhaupt losgehen kann. Gut, dass wir die selbst organisierten Brevet Serien 20 & 21 gefahren sind, so sind wir nicht aus dem Trapp.

Die Überweisung mit dem angebotenen Wise-Tool, war super!

Die Kommunikation ist top: Mit der Bestätigung kam der nächste Termin zusammen mit den dann zu treffenden Entscheidungen, immer mit ausreichendem zeitlichen Vorlauf.

 

Geplanate Taktik

Was sich im Folgenden logisch und passend liest, war ein ständiges Abwägen im Prozess. Rückblickend sind alle Entscheidungen Konsequenzen auf die Realität des arbeiten Müssens bis kurz vor und unmittelbar nach dem Event ausgerichtet gewesen, ohne dass das im Vorfeld so klar ausgesprochen war. Daraus ergab sich dann schon fast zwangsläufig das zentrale Element unserer Taktik: Den Tag-Nacht-Rhythmus beibehalten! Nur so ist es uns möglichum, nicht zusätzliche Belastungen aufzubauen, vor allem, um kein schnell aufkommendes Schlafdefizit vor sich her schieben. Dazu passte konsequenterweise exakt auch, die von uns bereits gebuchte Fähre!

Daraus ergibt sich dann: Jeden Tag werden wir ca. 300km fahren und jede Nacht nehmen wir eine ordentliche Mütze Schlaf mit.

Dazu passen die gleichmäßig verteilten Orte der Dropbags: Hassle (km 302), Brompten (km 567), Brompten (km 936), Hassel (km 1202). Nach jeder 300km Etappe Wechselsachen und Schlafzeugs griffbereit. Die kürzeren Etappen haben mehr, die längeren weniger Höhenmeter; Start - und Endetappe sind gleich.

Das heißt, wir werden absichtlich keinen Zeitvorsprung heraus fahren und müssen Eventualitäten durch gleichverteilte Belastung ausgleichen.

So der Plan - mal sehen, was kommt?!?

Was kam war Uwe, der Organisator der Weserbergland Randonneure mit einem Gespräch beim 200er, den wir zum Testwochenende für unser Team erkoren hatten. An- und Abreise mit dem Rad simullierten "fast" drei Tage LEL. Bei dem Gespräch wurde klar, Zeit rausholen und flexibel sein, dürfen wir nicht vernachlässigen.

 

Orga:

Wie fahren wir, .... der Eurozug nimmt zur Zeit keine Räder mit. Fliegen ist auf den ersten Blick die billigste Art zu reisen, aber ob das mit Rädern und viel Geraffel auch noch gilt; neben der Schlepperei und .... , Auto ist gemietet . . . . auch, weil wir um das Event fast keine Zeit haben und somit maximal flexibel sind - dennoch schade!

Wie kommen wir auf die Insel, .... zwei Fähren standen zur Auswahl, Calais - Dover und Hoeck van Holland - Harwich. Wir haben uns für die deutlich längere/teurere Überfahrt nach Harwich entschieden, weil wir so vor und nach dem Event weniger Auto fahren müssen und dafür mehr schlafen können. Auch wenn sich dadurch die gesamte Reisezeit verlängert: hin ausgeruht und zurück mit langer Unterbrechung erschien uns im Zusammenhang mit unseren Randbedingungen clever.

Wie schlafen wir, .... direkt neben dem Start in Davenant Foundation School, Chester Road, Loughton IG10 2LD gibt es einen Zeltplatz. Zelten war bei PBP ne gute Idee, vor allem durch das Zusammentreffen der Teilnehmer*innen. Wir bekommen einen eigenen Bereich!

 

Das Brevet, Gedanken die wir uns gemacht haben:

Welche Unterschiede im Vergleich zu PBP gibt es, die für uns noch wichtig werden?

Kontrollen:

  • Drop Bags, dann muss weniger onbord sein, wo gescheit platzieren? Wir haben uns für Hassle und Brompton entschieden. Brompton der Ort, der am weitesten weg ist und auf Hin- und Rückweg durchfahren wird, Hassle halbiert die bis dahin und von da noch zu fahrende Strecke. Sie kommen erst zurück, wenn der Letzte im Ziel ist! Kein Problem, denn wir fahren erst am Morgen nach dem Zielschluss.

  • Vollverpflegung, aber es gibt evtl. auch mal für den Augenblick leer gefressene Büfetts . . .

  • Schlafzeit nach Vorgabe, anscheinend ist es oft voll und dann wird die Schlafzeit begrenzt. Wo am sinnvollsten setzen oder frei flottierend nehmen was kommt?

 

Strecke/Wetter

 

Was uns umgetrieben hat:

  • Regen und Temperaturen, wobei kälter als die vier Grad hinter Brest wie 2019 auf dem Rückweg wird es wahrscheinlich nicht, könnte sich durch den Regen (Rainlegs und wasserdichte Handschuhe auf die Packliste) nur kälter anfühlen und vor allem mehr Kräfte zehren.

  • Wind, bei PBP 2019 hatten wir ca. 2/3 der Strecke zum Glück nicht so starken GEGENwind. Das hat Power gekostet, und das sag ich, wo mir Wind weniger ausmacht. Bei weatherspark klingt Der Wettervergleich so:

  Regen Wind Temperaturen
Orte Menge
[mm]
Wahrscheinlichkeit
August[%]
Richtung Stärke
[km/h]
Durchschnitt
[oC]
Tag / Nacht
Göttingen 46 25 W >> S> N = O 13 24 18-24 / 13-18
London 36 25 16 23 18-24 / 13-18
Edinburgh 60 31 17 19 13-18 / 7-13
  • Es sollte weniger Höhenmeter geben (Wunschdenken, war wohl nix), aber dafür ruppigere Steigungen, die dazu noch kummuliert sind, weil es in der Mitte Englands topfeben ist und sich die Steigungen deshalb vor allem auf einer 500km Spange um den nördlichen Wendepunkt Edinburgh sammeln. Die längsten Steigungen haben 600 HM am Stück.

 

Vergleich zu PBP, wenn die Zahlen stimmen:

 

 

 

Taktik:

  • Vor den Massen vorwegzufahren war bei PBP gut, ist das bei LEL möglich und sinnvoll?!?

  • YES zu zweit, bei den gemeinsamen Vorbereitungsbrevets werden wir sehen ob es gemeinsam noch so geschmeidig läuft, wie 2019! Das werden die verabredeten Brevets zur Vorbereitung zeigen und dann sprechen wir uns ab.

  • Das Zeitlimit ist bei Hin und Rückweg gleich, zum vgl. bei PBP wird die Ermüdung berücksichtigt, für die 600kmm auf dem Rückweg darf mensch länger fahren. Was bedeutet das?

 

Equipment:

  • Stromversorgung, ein Adapter für GB Steckdose auf USB ist gekauft. ND ist Pflicht, auch ein EWerk? Nein, denn Kamera und Navi können mit Batterien betrieben werden und fürs Handy wird es reichen. Notfall Powerbanks gehören in die drop bags.

  • Braucht es bei unserer Taktik dann noch einen Nabendynamo? Ja, um flexibel zu bleiben - ohne sich Streß wegen der Akkus machen zu müssen!

  • Eine zweite Lampe soll in Schottland helfen, dann halt nachts die LedLenser wieder anbauen.

  • Der Belag ist rau, Pannen gibt es auch viele, also unplattbare Reifen für den Titanen organisieren, oder doch mit dem Geparden dahinfliegen?!? Oder ein Neues Aufbauen

  • Auflieger für den Lenker? Wenn, dann vorher, 600er, testen. Der Test sagte, da geht die Oberlenkerposition verloren und die tiefe Sitzhaltung ist nicht gut. Evtl. den Lenker höher bauen oder passende Adapter verwenden?